„Was passiert, wenn ich nicht mehr über mich bestimmen kann?“

Notar Bernard Inhestern referiert über Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen

„Wem vertraue ich mein Leben an und wer soll für mich darüber entscheiden?“

Über diese und weitere Fragen wurde Anfang November in einer Vortragsveranstaltung über Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen diskutiert und informiert.

Der Club „VR-Aktiv“ der Volksbank Visbek eG hat dieses interessante Thema aufgegriffen und alle Mitglieder und Kunden in den Saal Diekhaus in Visbek eingeladen.

Walter Tönnies, Vorstand der Volksbank Visbek eG, freute sich über den vollbesetzten Saal mit 160 Zuhörern - für ihn ein Beleg, dass die Thematik bei vielen auf den Nägeln brennt.


Der Rechtsanwalt und Notar Bernard Inhestern aus Vechta informierte die Zuhörer, wie Vorsorge in gesunden Tagen getroffen werden kann, damit im Ernstfall alles geregelt ist. Jeder Mensch kann plötzlich und unabhängig vom Alter in eine Situation kommen, in der er nicht mehr für sich selbst entscheiden kann.

Herr Inhestern warnte davor, sich vorgefertigte Formulare aus dem Internet auszudrucken und ungeprüft zu übernehmen. Diese seien nicht auf die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche des Betroffenen ausgerichtet. Fragwürdig bleibt oft, ob die Geschäftsfähigkeit bei Unterschrift noch gegeben war.

Diesen Punkt griff auch Frank Mecklenburg, Kundenberater der Volksbank Visbek eG, auf. Er erklärte, dass eine „selbstgestrickte“ Vorsorgevollmacht nicht als handfestes Dokument für die Banken ausreicht. Zweifelsfrei sei nur die notarielle Beglaubigung.

Herr Mecklenburg appellierte an alle Zuhörer, für eine Kundenvollmacht bei der Bank zu sorgen, um bei Eintreten eines „Notfalls“ weiterhin Zugriff auf das Konto des Betroffenen zu haben.

Als Schlußredner ergriff Dr. Klaus Aschern aus Visbek das Wort, um das Thema der Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung aus medizinischer Sicht abzurunden. Herr Dr. Aschern sagte, dass eine Patientenverfügung immer individuell auf die persönliche Gesundheitssituation abgestimmt werden sollte. Die Patientenverfügung käme nicht für jeden in Frage und müsse persönlich besprochen werden.

Mit vielen Informationen im Gepäck verließen 160 zufriedene Zuhörer die Veranstaltung. Bei vielen war klar: „Ich muss da noch 'was erledigen!“